Lieder des Hölting



















In Rektor C.D. Lagemann, geboren am 14.8.1865 in Wellingholzhausen, gestorben am 29.8.1941 in Meppen, besaß Meppen einen großartigen Heimatdichter. Was aus seiner Feder kam, verriet die große Liebe zur emsländischen Heimat, aber auch zur Tradition und Ehrfurcht vor dem Althergebrachten. Für den Hölting schrieb Lagemann das nachfolgend aufgeführte Höltinglied. Der Hölting ist dem Verfasser für dieses Vereinslied unendlich dankbar, denn in diesen vier Strophen lebt die ganze Vergangenheit des Hölting wieder auf:

Das Höltinglied
(Lied der Höltinger)


    


Es klingt ein Sang von unsern Alten
Durchs Osterbrock aus Stadt und Land:
Zu Pfingsten ward ein Thing gehalten,
Wo Streit und Frevel Richter fand.
Es tagten ernst die Markgenossen,
Die Jugend aber hat wie heut,
Den Vogel von dem Stock geschossen
Und sich an Spiel und Tanz erfreut.

Wir sind die Höltingschützen,
Zu stolzem Zug gereiht,
Wo unsre Fahnen grüßen,
Steht auf die alte Zeit.
|: Hurrah! Hurrah! es leb' die Zeit
Der alten Höltingsherrlichkeit!
Herbei, herbei, schlagt ein
Wie's war, soll's wieder sein!
:|

Am Hof zum Kampe war ein Treiben,
Dort floß des Bieres brauner Saft.
Und Schinkenschnitt auf Brüggenscheiben
Verhieß für langes Frohsein Kraft.
Es saß auf schweren Eichenplanken
Der Bürger bei dem Bauersmann,
Beim Hölting fallen alle Schranken
Da hebt die edle Gleichheit an.

Wir sind die Höltingschützen, ...

Im Rathaussaale flammten Kerzen
Auf Bronzeleuchtern blitz und blank.
Wie schlugen hoch die Bürgerherzen
Bei Neigetanz und braunem Trank!
Aus Eichenkränzen quoll ein Duften,
Aus stolzen Kehlen brach der Ruf:
"Hoch Bürgersinn in allen Kluften!
Bewahrt, was unsre Eintracht schuf!"

Wir sind die Höltingschützen, ...

Zu Grabe gingen längst die Alten,
Die freie Mark ist eigen Pfand.
Zu Pfingsten wird kein Thing gehalten,
Geteilt wie's Bruch sind Stadt und Land.
Doch nein, so soll's nicht immer bleiben,
Wir haben noch gemeines Gut!
Der Väter Glauben, Art und Treiben,
Wir nehmen sie in treue Hut.

Wir sind die Höltingschützen, ...




Land der alten Amsivaren
(Strömt herbei, Ihr Völkerscharen …)




Land der alten Amsivaren,
dir ertönt mein Lied als Gruß!
Will im Geiste dich durchfahren
auf dem Ems- und Hasefluß,
von der Bruktermark im Süden
bis ins Saterland hinein,
|: wo die Hümmlingsschäfer hüten
am bemoosten Hünenstein. :|

Durch die Moore will ich schreiten,
wo der Ruf des Reihers gellt,
durch den Föhrenwald, den weiten,
wo des Waidmanns Bracke bellt.
Deine Weiden, deine Heiden
will ich schaun im Sonnenglanz
|: und die Dörfer die bescheiden
blicken aus der Esche Kranz :|

Unter krausen Eichenkronen
seh' ich Hof an Hof gereiht,
und die Menschen die dort wohnen,
sind vom Schlage alter Zeit.
Einfach wie die braune Heide,
still und schlicht ist unser Volk,
|: aber fromm in Freud' und Leide,
tief wie dunkler Erlenkolk. :|

Vätersitte steht in Ehren,
Muttersprache stirbt nicht aus,
diese Dämme werden wehren
üble Flut von Hof und Haus.
Halt' dich Gott auf diesen Wegen,
Volk an Ems- und Hasestrand!
|: Und es blüh' dir Gottes Segen,
liebes, teures Heimatland! :|

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